LeMa
Lesen und Mathe lernen
Worum geht es im Projekt?
Lesen und Mathe sind zentrale Bereiche des Lernens in der Volksschule. Beide Fähigkeiten hängen im Entwicklungsverlauf zusammen. Gleichzeitig gibt es Kinder, die nur in einem oder in beiden Bereichen Schwierigkeiten haben. Die Ursachen für diese Zusammenhänge sind bisher nicht gut erforscht. In unserem Forschungsprojekt möchten wir herausfinden, wie Kinder am besten Lesen und Mathe lernen und welche Fähigkeiten für ihre Entwicklung wichtig sind.
Dazu möchten wir mit Kindern in der 3. Klasse verschiedene Aufgaben zum Lesen und Schreiben und zu Mathe durchführen. Zusätzlich sollen spielerische Aufgaben zur Sprachverarbeitung (Verarbeitung von Sprachlauten), zum Gedächtnis, zu Konzentration und Aufmerksamkeit sowie zur allgemeinen Problemlösefähigkeit und Verarbeitungsgeschwindigkeit bearbeitet werden.
Die Ergebnisse helfen uns herauszufinden, welche Voraussetzungen es für Lesen und Mathe gibt. Dies ist wichtig, um Kinder rechtzeitig und passgenau zu fördern.
Wie kann man mitmachen?
Wir kontaktieren Schulen in Graz und Graz-Umgebung, um sie einzuladen. Wenn die Direktion und die jeweilige Lehrperson (3. Schulstufe) zusagen, werden Einverständniserklärungen an die Eltern/Erziehungsberechtigten ausgeteilt.
Wenn Sie Interesse an der Teilnahme oder Fragen zu unserem Projekt haben, melden Sie sich bitte bei Andrea Kogler (andrea.kogler(at)uni-graz.at).
Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!
Univ.-Prof. Dr. Karin Landerl
Wie ist der Ablauf des Projekts?
Teil 1: In einem ersten Schritt werden Schulen in Graz/Graz Umgebung und in München zur Teilnahme eingeladen. Ziel ist es, etwa jeweils 1600 Schüler:innen in Graz und in München zu erreichen. So können vielfältige Lernenden-Profile erhoben werden, sodass wir Stärken und Schwächen in den Bereichen Lesen und Mathe vergleichen können. Mit diesen Schüler:innen werden im Klassensetting verschiedene Aufgaben (z.B. zum Lesen oder zur Merkfähigkeit) durchgeführt.
Teil 2: Nun werden mit einem Teil der Schüler:innen (800 in Graz und 800 in München) in kleineren Gruppen nochmals ähnliche Aufgaben durchgeführt. Diese Kinder werden von uns ausgewählt.
Teil 3: Um zu schauen, wie stabil sich die Lese- und Mathematik-Fähigkeiten über die Zeit entwickeln, werden die Kinder aus Teil Zwei 18 Monate nach der ersten Erhebung erneut eingeladen, weitere Aufgaben zu machen.
Was steht hinter dem Projekt?
Das Projekt wird von der Universität Graz (Institut für Psychologie) gemeinsam mit der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt.
An der Universität Graz arbeiten Rebecca Teuschl, BSc MSc und Andrea Kogler, B.A. BSc MSc sowie studentische Mitarbeiterinnen mit. Das Projekt wird von Frau Univ.-Prof. Dr. Karin Landerl geleitet.
Die Bildungsdirektion Steiermark ist über unser Forschungsvorhaben informiert und unsere Studie wurde von der Ethikkommission der Universität Graz als unbedenklich eingestuft.
Das Projekt wurde vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) begutachtet und wird aufgrund seiner hohen wissenschaftlichen Relevanz finanziert.
Warum sollte man mitmachen?
Kostenloses Förderprogramm: Teilnehmende Schulen erhalten für 6 Monate kostenlosen Zugang zum digitalen Lernprogramm Meister Cody (Namagi Deutsch und Talasia Mathematik). Die teilnehmenden Kinder erhalten eine Lizenz für eine kostenlose Förderung zu Hause für ein ganzes Jahr.
Weitere Informationen zum wissenschaftlich fundierten digitalen Training finden Sie hier: https://www.meistercody.com/products/namagi-deutsch-meistern,
https://www.meistercody.com/products/talasia
Schulrelevante Forschungsergebnisse: Auch das Bildungssystem soll von den Ergebnissen unseres Forschungsprojektes profitieren. Durch ein besseres Verständnis von Lernschwierigkeiten und die frühe Identifikation betroffener Kinder können maßgeschneiderte Förderangebote entwickelt und eingesetzt werden.
Rückmeldung an die Lehrkräfte: Ergebnisse der Erhebungen werden nach Zustimmung der Eltern an die Lehrkräfte rückgemeldet. Die genaue Rückmeldung über den Entwicklungsstand der Kinder in Lesen und Mathe kann die weitere Unterrichtsplanung unterstützen.
So sehen die Aufgaben und Spiele aus, die wir mit den Kindern durchführen
Wir machen uns mit Lama „Lema“ auf Abenteuerreise. Dabei werden viele verschiedene Spiele gespielt, Aufgaben bearbeitet und Rätsel gelöst. Viele der Aufgaben und Spiele werden am Tablet durchgeführt. Sie sind kindgerecht gestaltet und verfügen meist über eine Zeitbegrenzung. So werden sie als abwechslungsreich erlebt und Überforderung wird vermieden. Alle erforderlichen Materialien (z.B. Tablets, Kopfhörer) werden vom Projektteam mitgebracht.
Leseflüssigkeit: Sätze werden leise gelesen und es wird beurteilt, ob der Satz stimmt oder nicht.
Leseverständnis: Nun werden zwei Sätze gelesen und die Kinder sollen entscheiden, ob die beiden Sätze zusammenpassen.
Fehlersuche: Die Kinder spielen nun Lehrperson: Am Tablet werden Sätze präsentiert, in denen einige Wörter korrekt und andere falsch geschrieben sind. Die Kinder sollen möglichst viele falsch geschriebene Wörter finden.
Mathe: Die Kinder entscheiden, ob vorgegebene Rechenaufgaben richtig oder falsch gelöst sind.
Textaufgaben: Eine Beispielaufgabe hierfür ist: Willi hat doppelt so viel Geld in der Spardose wie Sam. Zusammen haben sie 210 Euro. Wie viel Geld hat Willi, wie viel hat Sam?
Laute finden: Die Kinder hören Fantasiewörter und sollen herausfinden, welches Wort herauskommt, wenn ein Laut ausgelassen wird.
Zahlenschreiben: Die Kinder hören über Kopfhörer eine Zahl und geben diese am Tablet ein.
Logisches Denken: Die Kinder lösen knifflige Aufgaben, bei denen sie Bildabfolgen oder Muster sinnvoll ergänzen sollen.
Wörter bilden: Die Kinder sollen herausfinden, wie ein Fantasiewort richtig in einen Satz hineinpasst.
Schnelles Benennen: Die Kinder sehen auf dem Tablet eine Abfolge von Bildern oder Ziffern und sollen diese so schnell wie möglich laut benennen.
Wortschatz: Die Kinder finden das Bild, das am besten zu einem vorgesprochenen Wort passt.